Politik

September 2014

Arrogant ins Amt, arrogant aus dem Amt

Was bleibt vom Regierenden Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit?
Der Satz „Ich bin schwul und das ist auch gut so“ war ebenso belanglos und uninteressant wie sein oft zitierter Ausspruch „Berlin ist arm, aber sexy“.

Keine Fashion-Week, kein Gala-Abend, kein Christopher Street Day, kurz: keine Feier ohne Party-König Wowi. Noch einen Abend vor seinem Rücktritt feierte er ausgelassen im TIPI am Kanzleramt.

Berliner Kodderschnauze und hemmungslose Wurstigkeit sind irgendwann zu wenig. Seine Umfragewerte waren im Keller und auch in den eigenen Reihen brodelte es heftig.

Er beendet sein Amt; das Flughafen-Desaster mit einem Milliardengrab bleibt.
Selbst sein selbstkritisches Geständnis zu dieser Blamage will man ihm nicht ganz abnehmen. Als Aufsichtsratvorsitzender für das Projekt BER hat er all zu oft mit Arroganz und gnadenloser Wurstigkeit auf ernsthafte Fragen reagiert.

Sein Kommentar bei der Pressekonferenz am 26.08. um 13 Uhr „ich bin stolz einen Beitrag zur positiven Entwicklung dieser Stadt beigetragen zu haben“, ebenso die Aussage „Für mich ist meine Bilanz positiv und deshalb kann man auch gehen“, sagt viel über seine selbstgefällige Art auch noch im Umgang mit seiner unangenehmen Lage.
Nach Pannen und Daueraffären sowie maßloser Steuergeldverschwendung klingt das peinlich nach Verantwortungslosigkeit.

Von den Politikern vermisst man oft die souveräne Führung, Format, Niveau und Stil und vor allem Verantwortungsbewusstsein.

In Europa sind Rücktritte an der Tagesordnung und die Weitsicht einer politischen Führung ist oft nicht erkennbar. Wird es für sie eng, dann verlassen Politiker – wie im Fall Klaus Wowereit – das politische Schiff und halten sich somit schadlos.

Bürger zahlen nach wie vor für eklatante Planungsfehler der Politiker.
Politiker treten zurück, die Probleme bleiben.

Dem Bürger sei dringend geraten seine bequeme Haltung abzulegen.

Wenn sich der Bürger für Politik und seine lebenswichtigen Belange ebenso engagiert verhalten würde wie auf dem Fußballplatz, dann hätten wir sicher eine andere politische Situation und möglicherweise auch eine politische Elite.

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