Politik

Juli 2015

Die griechische Tragödie

Im Februar 2015 hatte der Hoffnungsträger Alexis Tsipras die Herzen der Griechen im Sturm erobert und die Wahlen gewonnen. Die Wähler sahen in ihm den Helden, der sie endlich aus der erzwungenen Unterwerfung befreien könne. Sie hofften auf den Befreiungsschlag gegen die gefühlte Knechtschaft der Troika und dem rigorosen Spardiktat.Einer gegen den Rest der Euro-Staaten.

Die Verhandlungen in Brüssel erwiesen sich allerdings als äußerst schwierig und Tsipras musste erkennen, dass er nicht einfach „kommen, sehen und siegen“ konnte. Auch allein mit seinem Charisma konnte er keine Türen öffnen und Brüssel nicht für seine Ideen gewinnen. Er hatte weder Sparpläne noch konstruktive Vorschläge im Gepäck. Die Regierung Tsipras spielte unverkennbar auf Zeit.

Syriza zeigt nach monatelangen zähen Verhandlungen das gleiche Bild.
Die hoffnungsvolle Führungsriege entpuppt sich als Seifenblase und outet sich durch unprofessionelle Kommunikation.

Der zurück getretene Finanzminister Yanis Varoufakis, der Sohn aus reichem Hause, brüskierte die Euro-Partner mit seinen arrogant verbalen Entgleisungen. Die Geldgeber  beschimpfte er als Terroristen, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble als Zuchtmeister und zeigte mit seinen Aussprüchen unverschämte Respektlosigkeit: „Ich werde die Abscheu der Gläubiger mit Stolz tragen“.
So geht’s nicht! Eine Entschuldigung fehlt bis zum heutigen Tage.

Es hat den Anschein, als spiele die Führung Griechenlands mit der politischen Elite Europas. Vertrauen und damit die Basis für fruchtbare Verhandlungen wurden zerstört.

Niemand glaubt noch an Versprechungen der Regierung; Zweifel an Transparenz und Ehrlichkeit sind durchaus berechtigt.
Bis jetzt zeigt sich Syriza eher als Gegner der Euro-Länder als deren Partner.
Immer Nehmen niemals Geben scheint die Devise.

Das Spektakel der Polit-Amateure sowie verantwortungsloses Pokern zeigt jetzt eine Regierung, die mit dem Rücken zur Wand steht.

Sicher ist: Griechenland hat ein korruptes Staatswesen. Die Reichen zahlen keine Steuern und die Oligarchen haben ihr Geld längst außer Landes gebracht. Ein Verrat an die verarmten Menschen in Griechenland! Die büßen für alle Sünden und stürzen weiter ins Elend.

Griechenland, die Wiege der Kultur!
Hoffentlich nicht „von der Wiege bis zur Bahre“ Europas.

Nur auf einer ehrlichen Basis kann Griechenland in Europa wachsen und gedeihen.
Tugenden wie Fairness und Antidogmatismus sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft.

Eines ist aber auch aus dieser Tragödie erkennbar:
Der ungebremste Kapitalismus bereichert die Banken und verarmt gleichzeitig das Volk.

Ihre Meinung bitte!

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