Politik

Februar 2015

Das Ende der autoritären Bevormundung

Was wurde im Vorfeld nicht alles gesagt und geschrieben!
„Wir können auch ohne Griechenland“, Unkenrufe für einen „Grexit“ bis hin zur Warnung an die Wähler von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, keinesfalls für den „falschen Weg“ zu stimmen.

Das griechische Volk hat gewählt und sendet damit ein eindeutiges Signal:
„Gegen erzwungene Unterwerfung“.

Milliarden-Tranchen, die zahlreich geschnürten Zahlungspakete waren Futter für Banken, die drakonischen Diktate der Troika bedeuteten Erniedrigung und Leid für das Volk.

Der Chef der linken Partei Syriza Alexis Tsipras ist im Eiltempo als neuer Ministerpräsident vereidigt worden und einigte sich mit den rechten „Unabhängigen Griechen“ auf eine Koalition.

Wieder bezeichnet man mit medial wirksamen Worten die Wahl als Erdrutsch.
Europa stehe für Verhandlungen bereit, allerdings einen Schuldenschnitt wird es nicht geben.

Einigkeit in Drohungen wie: „Wir lassen uns nicht erpressen“ drücken die offensichtliche Furcht vor den „griechischen Gegnern“ der Euro-Rettungspolitik aus.

Wieder eine Sackgasse?
Unnachgiebige Arroganz fordert unliebsame Resonanzen heraus.

Fakt: Die Troika und die zwanghaften Sparmaßnahmen sind fehlgeschlagen. Die Kluft zwischen den Euroländern wird größer und die Negativspirale besorgniserregend.

Alexis Tsipras will die diktatorischen Sparmaßnahmen beenden und die „Würde der Menschen“ wieder herstellen.
Ebenso plädiert „Podemos“ (Wir können) in Spanien für den Wandel und folgt Syriza. Der charismatische Pablo Iglesias führt die neue Protestpartei und hat sich in wenigen Monaten als ernstzunehmende politische Kraft etabliert.

Überall zeigt sich das gleiche Bild unzufriedener Bürger. Man traut den etablierten Parteien nicht mehr. Man hat die Nase voll von korrupten und arroganten politischen Führungen, die den Bürger nicht mehr ernst nehmen und offensichtlich jeden Bezug zur Realität verloren haben.

Die Regierungen der EU-Länder haben offensichtlich große Mühe ihre Macht einschränken zu müssen und setzen so den großartigen Gedanken der europäischen Gemeinschaft leichtfertig aufs Spiel.

Die Politik reagiert generell zu langsam und zeigt oftmals keine diplomatische Weitsicht. Besonders deutsche Politiker scheinen nicht zu überblicken, welche Gefahren von dem einseitig geführten Sparzwang ausgehen können. Sie haben dadurch die humanitäre Krise herauf beschworen und damit eindeutig ihre Ziele verfehlt.

Negativmaßnahmen, verbunden mit Wachstum nur in Deutschland und  auf Kosten anderer sind der falsche Weg. Deutschland muss aufpassen, dass es sich am Ende mit seinem unnachgiebigen Kurs nicht selbst isoliert.

Leben ist nicht nur in Zahlen zu messen. Eine menschliche Dimension muss zurückkehren.

Erforderlich ist eine fundamentale Wende.
Nur eine politische Fiskalunion kann die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Finanzwesen sein.

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