Justiz

1. Juni 2010

Kindesmörder ist "Folteropfer"!

Der Fall des Studenten Magnus Gäfgen, der aus Habgier ein Kind umbrachte, wird zwar nicht neu aufgerollt werden, dennoch erzielte der kaltblütige Mörder mit seiner „Folterbeschwerde“ einen Teilerfolg.

Die Forderung des Kindesmörder an das Land Hessen auf Zahlung eines Schmerzensgeld von 15.000 Euro steht zwar noch aus, jedoch darf Gäfgen sich bereits nun seinerseits als „Opfer“ sehen.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg urteilte, dass die Gewaltandrohung im Polizeiverhör gegen das Folterverbot der Europäischen Menschenrechtskonvention verstoßen habe.

Diese monokausale Entscheidung verdreht wieder einmal Grundsätzlichkeiten: Mitgefühl und Rechte für den Täter, ein wiederholter Tiefschlag für die Eltern des toten Kindes!

Tatsache: Am 22. September 2002 lockte Magnus Gäfgen den 11-jährigen Bankierssohn Jakob von Metzler in seine Wohnung und tötete das Kind. Später versteckte er die Leiche und wandte sich mit einem Erpresserschreiben an die Eltern und forderte eine Lösegeldzahlung.

Der Polizeipräsident Wolfgang Dascher, der um das Leben des wehrlosen Opfers fürchtete, entschloss sich unter Androhung von Zwang den Entführer zur Preisgabe des Versteckes zu drängen. Damit appellierte er lediglich an das Gewissen des Entführers und bestritt, Gäfgen jemals berührt zu haben.

Am 20. Dezember 2004 wurde Wolfgang Dascher wegen Nötigung im Amt in einem besonderen schweren Fall vom Frankfurter Landgericht verurteilt.

Ein Mann mit Charakter, der auch mit menschlichem Gefühl seine Entschlossenheit den Kampf gegen Kriminalität und in diesem Fall gegen Mord führte, musste seinen Hut nehmen.

Appell: Der Schutz eines Menschenlebens muss an erster Stelle stehen. Um das Leben eines Opfers zu retten, muss alles getan werden und dieses Anliegen heiligt adäquate  Mittel.

Eine Straftat darf weder verharmlost,  noch die Täter mit ihrem psychischen

Problemen entschuldigt werden. Die Entwicklung der völlig abartigen Entschuldigungsversuche einiger Rechtsanwälte für die Täter entbehrt die Grundlage jeden Menschenverstandes, insbesondere jeder Ethik.

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