Gesellschaft

Oktober 2012

Warum keine Begeisterung für Europa?

Auch das Urteil des Verfassungsgerichts in Karlsruhe am 12. September hat bei der deutschen Bevölkerung offensichtlich kein positives Echo für den Gedanken an ein starkes Europa gefunden.

Einer umfangreichen Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge schreibt die WELT
in ihrer Ausgabe am 17. September:
„Deutsche glauben nicht mehr an Europa. Zum ersten Mal ist in Deutschland eine Mehrheit überzeugt, dass es ihr ohne den Euro besser gehen würde.“

Diese Aussage ist deprimierend. Zeigt sie doch hiermit, dass ein Großteil der Deutschen
den Wert Europas offensichtlich nicht zu schätzen wissen.
Dabei müsste jedem klar sein: Eine Rückkehr zur DM hätte katastrophale Folgen,
für die Wirtschaft und damit für die gesamte Gesellschaft.

Warum schaut man in Deutschland nicht über den Tellerrand hinaus und sieht nicht, dass wir von Europa profitieren?
Warum fällt uns eine Begeisterung für Europa so schwer?

In Frankreich sieht die Mehrheit von 53 Prozent in der gegenständlichen Umfrage mehr Vorteile als Nachteile für ihr Leben in der europäischen Gemeinschaft und in Polen sind es sogar 59 Prozent. Auch in den Niederlanden wurde kürzlich für den Euro gestimmt und damit für Europa.

Es scheint, dass die Unzufriedenheit in Deutschland hauptsächlich auf ungenügender  Information und Aufklärung von Seiten der Medien und der Politik basiert.
Aufgrund dessen  entwickelt sich bei einer breiten Mehrheit in der Bevölkerung ein stetig wachsendes Misstrauen.
Dabei wäre Solidarität gegenüber den schwachen Staaten wünschenswert.

Auch in Deutschland werden die Pleite-Bundesländer wie Bremen und Berlin subventioniert und kein Bürger stellt sich hierüber die Frage oder ist empört.

Unsere Politiker sind in der Pflicht.

Politische Arbeit muss für den Bürger erkennbar und transparent werden.
Allen voran muss von dort auch ein positives Signal pro Europa ausgestrahlt werden.
Im Augenblick kann man hier davon leider nur wenig erkennen.
Bis jetzt bleiben die Debatten zu kühl und zu intellektuell.

Auch die Medien tragen eine Mitschuld für die fortschreitende Europa-Verdrossenheit. Fast täglich wird in reißerischem Ton allzu gern verkündet, wie schlecht der Europa-Gedanke für Deutschland sei und Deutschland in Zukunft nur verlieren wird.
Warum säht man Vorbehalte und Misstrauen?
Wird damit eventuell nur dem Kommerz gezollt: Je negativer die Nachricht, desto höher die Verkaufszahlen?
Appell an die Medien: Die positiven Werte Europas in den Vordergrund stellen!

Auch die Bildungsstätten sind in der Pflicht.
In den Schulen muss die europäische Geschichte mehr in den Fokus gestellt werden.

Seit 60 Jahren leben wir in Europa in Frieden und Freiheit.
Das ist der Erfolg einer verstärkten europäischen Zusammenarbeit.

Kleindenkerei war im Ergebnis noch nie erfolgreich und blockiert in der Regel die Weiterentwicklung.

Das Ziel:
Ein vereinigtes Europa!

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