Gesellschaft

November 2012

Klimawandel in der Gesellschaft

Kultur ist die Basis für eine intakte Gesellschaft.
Eine intakte Gesellschaft wiederum ist Basis für ein niveauvolles Miteinander und insgesamt für eine nachhaltige Entwicklung des Zusammenlebens in Frieden und Freiheit.

Nun muss man jedoch konstatieren, dass genau diese elementaren Voraussetzungen mehr und mehr in die Schieflage geraten.

In der heutigen Gesellschaft ist eine Werteinflation und eine damit verbundene, schleichende Entwicklung hin zu einem rücksichtlosen Miteinander unverkennbar.

Was ist passiert?

Sind wir lethargisch geworden?
Sind wir nur noch uns selbst verpflichtet?
Versagen unsere Instinkte für ein aggressionsfreies Miteinander?

Ich wage einen Diskurs.

Der sichtbare Werteverfall über weite Strecken der Gesellschaft hat multifaktorielle Ursachen. Hierzu zählen unter anderem die Verhaltensweisen von:

Familie und Elternhaus
Kindergärten und Schulen
Medien
Politik

Familie und Elternhaus
Hier liegt der Grundstein für eine Entwicklung einer verantwortungsbewussten und liebevollen Erziehung und die daraus lernende Erfahrung für ein niveauvolles Miteinander.

Ausbildungsstätten – Kindergärten und Schulen
In den Kindergärten ist es nicht damit getan, Kinder nur zu betreuen nach der Regel „Aufenthalt bis zur Abholung“. Stattdessen sollten Grundsätzlichkeiten hinsichtlich „emphatisches und generöses Verhalten“ als Grundstock für ein ethisches Miteinander gelehrt werden.
Hierzu bedarf es Betreuer(innen), die sich ihrer hohen Verantwortung bewusst sind. Für ihre Arbeit muss die Autorität von innen kommen und gleichzeitig muss diese mit einer Herzensbildung ausgeübt werden. Betreuer sind maßgeblich an der Bildung der Lebensbasis junger Menschen verantwortlich. Die Achtung für diese wichtige Arbeit muss uns eine angemessene Entlohnung wert sein.

In den Schulen ist oft ein unkreatives Bildungssystem erkennbar.
Ein Durchpauken von Lernstoff und ein sogenanntes „Bulimie-Lernen“ bringt kurzzeitiges Wissen, welches nicht der Bildung dient. Für Chancengleichheit muss Individualität jedes Einzelnen viel stärker erkannt und gefördert werden.

Medien
Besonders im Fernsehen wird der Kommerz über alles gestellt, was allein schon die Qualität in Frage stellt.. Auch im Print-Journalismus zeigt sich immer mehr der Genuss an Trivialem und Schlagzeilenreißern bis hin zu sensationellen Darstellungen von Gewalt. Wenn ein junger Mensch nur noch mit TRASH gefüttert wird oder einem hohen Maß an Gewalt ausgesetzt ist, dann steht einer negativen Entwicklung nichts mehr im Wege.

Cyberspace
Auch im Internet muss noch gelernt werden, Information und Kommunikation ethischen Regeln zu unterstellen.
Der anonyme Raum verleitet einige – oder sogar viele – zu „Shit Storm“ und zeigt damit Schrankenlosigkeit und teilweise bedrohliche Verrohung.

Politik
Leitbild und die Vorbildfunktion bleiben oft unerfüllt.
Streit ist durchaus nicht negativ, denn streitbare Diskussionen und Debatten haben i.d.R. im Idealfall das Ziel Lösungen hervorzubringen, wenn auch oftmals nur Kompromisslösungen auf kleinstmöglicher Basis.
Wie aber heutzutage im Bundestag und in anderen Foren Debatten geführt werden, kann das Wort Kultur wohl kaum noch verwendet werden. Die dort an den Tag gelegte  Respektlosigkeit im gegenseitigen Miteinander wirkt oft abstoßend und Würde und Anstand lassen oft mehr als zu wünschen übrig.

Der öffentliche Raum
Dieser sollte geachtet und geschützt werden.
Mehr und mehr zeigt sich jedoch – physisch wie virtuell – eine zunehmende Aggressivität. Übergriffe in U-Bahnstationen sowie kriminelle Attacken häufen sich.

Und: die Öffentlichkeit schaut weg – nicht immer, aber immer öfters.
Man hat sich an harte Situationen  gewöhnt und der Standpunkt „Man kann sowieso nichts daran ändern“ scheint bedauerlicherweise eine weit verbreitete Einstellung zu sein.

Insgesamt zeigt sich der „Klimawandel der Gesellschaft“ sehr deutlich.
Rücksichtslosigkeit gepaart mit Ignoranz lässt das gesellschaftliche Niveau deutlich sinken.

Stoppt diese Trivialgesellschaft!
Ein Umdenken in Form und Stil ist dringend gefordert – pro Kultur!

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